Bericht der Emder Zeitung vom 08.05.2019

Oh, weh – Landesklasse adé

Handball, Landesklasse: HSG Emden – TSG Hatten/Sandkrug 26:27 / Emder sind abgestiegen

Von Dirk de Vries s 0 49 21 / 89 00-442

Emden. Wie ein roter Faden haben sich viele knappe Niederlagen durch die Saison der Landesklassen-Männer der Handballspielgemeinschaft (HSG) Emden gezogen. Da passt es am Ende auch, dass die Emder in dem wohl wichtigsten Spiel der Saison knapp mit einem Tor verloren. Besonders schmerzhaft bei dieser Niederlage ist allerdings, dass damit auch der Abstieg in die Regionsoberliga einhergeht.

Ein Endspiel in eigener Halle, über 100 Zuschauer, die lautstark mitfieberten, zwei direkte Mit-Konkurrenten, die einen Tag vorher Unentschieden spielten und ein Gegner, der einem alles abverlangte: Besser kann so ein Herzschlagfinale eigentlich nicht laufen. Wenn denn das Ergebnis am Ende stimmen würde. So jubelten die Gäste am Ende über einen Sieg, der ihnen den sicheren Klassenerhalt bescherte.

Schon vor dem Anpfiff sahen viele Zuschauer in der Schiedsrichteransetzung kein gutes Omen für die Emder. Mit Oliver Lasse und Detlef Teubner kamen zwei Schiedsrichter, deren Heimatvereine der DSC Oldenburg und die HSG Hude/Falkenburg sind, Vereine, die in unmittelbarer Nähe zum Gegner der HSG liegen. Doch alle Befürchtungen ließen Lasse/Teubner mit einer glänzenden Leistung schnell verschwinden.

Das Spiel begann eigentlich gut aus Emder Sicht, dann ließen die Emder aber wieder viel zu viel liegen, so dass die Gäste erst einmal das Spiel machten. Gustav Lammers hatte seine Mannschaft darauf gedrängt, die Chancen konsequent auszuspielen und dann auch zu nutzen. Mit Letzterem haperte es aber manchmal gewaltig.

Vier Tore war die TSG schon weg, es sah eigentlich danach aus, als würden die Emder mit dem Druck nicht klar kommen. Als der Gästetrainer eine Auszeit nahm, weil ihm die Emder wieder zu sehr ins Spiel fanden, nutzte das erst einmal nichts. Denn auf einmal war die HSG am Drücker, machte aus einem 8:11 innerhalb von nicht einmal vier Minuten ein 12:11 – die Halle bebte.

Einmal mehr durften sich die Emder auf ihren Keeper verlassen

Einmal mehr durften sich die Emder auf ihren Keeper verlassen. Die Anfeuerungsrufe aus dem Publikum – „Büsch, Büsch, Büsch” – waren berechtigt. Denn Thorsten Büscher hielt klasse, hatte bei den ersten Siebenmetern der Gäste immer eine Hand am Ball. Doch Lars Kampmann war bei sieben Versuchen siebenmal erfolgreich. Büscher war der Ruhepol in einer ansonsten schwerfällig agierenden HSG-Abwehr. Die Gäste warfen fast nie aus neun Metern, setzten aber immer wieder geschickt ihren bärenstarken Kreisläufer in Szene.

Nach der Pause sah es so aus, als hätten die Emder den Gegner im Griff. Die Kabinenansprache von Lammers schien zu wirken, die HSG spielte jetzt die Möglichkeiten zu Ende. Die Gäste schwammen. Schwammen sich aber auch wieder frei, denn auf einmal fiel der Ausgleich. Auch hier das alte Leid der Emder: Sie hatten glasklare Chancen, nutzten sie aber in dieser Phase erneut nicht konsequent genug. So machten sie ihren Gegner wieder stark.

Beim 24:21 aus Sicht der Emder stand auf der Spieluhr 51:38 Minuten. Acht Minuten Spielzeit sind im Handball eine kleine Ewigkeit, in der noch kein Spiel entschieden ist. Es sei denn, das Team spielt ruhig weiter. Auch das vermissten viele Zuschauer an diesem Tag: die Abgeklärtheit in solchen Phasen bei den Emdern. Als die TSG-Spieler zum 25:25 ausglichen, kannte ihre Freude keine Grenzen. Sie zeigten jetzt die Körperspannung, die es braucht, um solche knappen Spiele zu entscheiden.

Und dann schossen die Gastgeber zwei kapitale Böcke im Angriff, nachdem sie erneut mit 26:25 in Führung waren, alle Trümpfe in ihrer Hand hielten, um den Sieg einzufahren und die Klasse zu halten. Diese nicht erklärbaren groben Schnitzer nutzte der Gast zum Ausgleich und zum 27:26 – sie jubelten, die Emder standen einmal mehr mit leeren Händen da.

„Wir haben zwei Situationen hintereinander nicht gut gelöst und das in der entscheidenden Phase”, sagte Lammers. „Wir sind ein Team und müssen das auch so spielen.” Das habe er hier und da vermisst, obwohl er das im Training immer anspricht und üben lässt. Chancen konsequent zu Ende spielen und dann den Treffer setzen, das habe auch in diesem Spiel ab und zu nicht gut geklappt. „Das wir jetzt absteigen, ist ganz schön bitter, weil wir die Klasse eigentlich hätten halten können.”

HSG Emden: Thorsten Büscher, Daniel Schröder – Gero Termöhlen (3), Nils Sikken (4), Marten Bjerkness, Ron gastmann (6/3), Nick Abels, Julian Diechmann (6), Fabian Behrensdorf, Dennis Eilers, Dennis Schmiega (6), Christian Rietz (1)

 

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