Jörn traf in der Schlusssekunde zum Sieg

Diese verflixten Schlussminuten: Wenn eine Partie auf des Messers Schneide steht und der Abpfiff Sekunde für Sekunde näher rückt, fehlt dem TuS Pewsum in der Hinrunde der Fußball-Bezirksliga nur allzu oft das nötige Spielglück. Die fünfte Minute der Nachspielzeit in der umkämpften Begegnung gegen BW Borssum war bereits angebrochen, da gaben die Krummhörner wieder einmal einen so nahen Punktgewinn aus der Hand, weil sie sich kurz vor knapp noch ein zweites Gegentor zur 1:2-Heimniederlage einfingen.

„Das war bitter. Eigentlich dachte ich, wir hätten das überwunden“, ärgerte sich auch TuS-Trainer Bernd Janssen. Derweil durchlebten die Gäste aus Borssum ein Wechselbad der Gefühle, hatten sie doch selbst am Donnerstag knapp mit 1:2 gegen den Titelkandidaten Frisia Loga verloren – in letzter Minute.

Der Mann des Tages der Gäste aus Borssum hieß Jörn Arbeit. In der 80. Minute eingewechselt, war der Joker mit der Nummer elf der Matchwinner für die Gäste. Ein letzter hoher Ball in Richtung Pewsumer Strafraum, die Platzherren konnten nicht richtig klären, Arbeit kam an den Ball und netzte unten rechts zum Erfolg von BW ein. Dabei dachten die Zuschauer schon, Pewsums Torhüter Lukas Christians würde abwehren, lag er doch bereits in der richtigen Ecke. So ein unglückliches Gegentor zum ungünstigen Zeitpunkt und zuvor eine Ampelkarte für den bereits ermahnten Kapitän Nico Fischer nach 70 Minuten sorgten für viel Frust im letzten Heimspiel des TuS in der Hinrunde.

So monierten die Pewsumer ein Borssumer Foulspiel direkt vor dem Siegtor der Gäste, auch einige ältere Zuschauer warfen das dem Schiedsrichtergespann auf dem Weg in die Kabine vor. „Wir hatten in der ersten Halbzeit alles im Griff und haben in Unterzahl alles gegeben“, bilanzierte Janssen. Aber: Die Ampelkarte sei „unnötig“ gewesen. Und schließlich „so ein Ei“ in der 95.

Genau genommen gehörten nur die ersten 30 Minuten fest dem TuS Pewsum. Beflügelt vom überraschenden 3:1 am Donnerstag beim TuS Middels erwischten die Krummhörner den besseren Start: Keno Thiele setzte einen Freistoß aus 17 Metern direkt zum frühen 1:0 in der siebten Minute in die Maschen. Pewsum wirkte auf dem tiefen, rutschigen Boden zunächst frischer, konsequenter und kompakter. Chancen blieben Mangelware. Mit der Einwechslung von Henning Schmidtke nach einer halben Stunde kam Borssum auf. Der Schuss von Brian Wienekamp (31.) streifte knapp am TuS-Tor vorbei. Carsten Weyers und Andreas Olk vergaben die Pewsumer Chance zum 2:0 (34.).

Den schönsten Angriff der Partie über Wienekamp und Jan Tietje über den rechten Flügel verwertete Sven Meier nur vier Minuten nach der Halbzeit mit einem Flachschuss ins rechte Eck zum Ausgleich. TuS-Spielführer Fischer war gerade noch ermahnt worden und sollte eigentlich ausgewechselt werden, da fing er sich für wiederholtes Foulspiel die Ampelkarte ein. So ging es in Unterzahl mit viel Laufarbeit in den letzten 20 Minuten für Pewsum zuvorderst ums Verteidigen des Unentschiedens.

Das Borssumer Siegtor hatte Viktor Tierbach schon viel früher auf dem Fuß, als Christians bei einer Ecke den Ball nicht festhalten konnte (74.). Es folgten Hektik, insgesamt neun Gelbe Karten plus zwei für jede Bank durch Schiedsrichter Simon Eilts aus Aurich und reichlich Spannung – bis zum bitteren Pewsumer Ende.

Tore: 1:0 Thiele (7.), 1:1 Meier (49.), 1:2 Arbeit (90.+5)

TuS Pewsum: Christians – Keller, Ulferts, Fischer, Weyers (60. Davids), Eyüpoglu, Buß (88. Lautenbach), Lübbers, Ocloo (72. de Vries), Thiele, Olk

BW Borssum: F. Janssen – Tierbach, Poppenga, Balhas, P. Janssen (46. Boerchers), Özcelik, Tietje, Meier (78. Arbeit), Waldecker (28. Schmidtke), Hühn, Wienekamp

Bericht aus der Emder Zeitung vom 04.11.2019 geschrieben von Bernhard Uphoff

 

0 Kommentare

Schreibe als Erster einen Kommentar.

Verfasse einen Kommentar

 




 

Trackbacks