Die Satzfolge liest sich fast wie ein Krimi: Nach den beiden Auftaktsätzen schon 0:2 hinten, dann den dritten Durchgang noch gewonnen, um den vierten deutlich besser zu spielen und zu gewinnen sowie im Tie-Break den endgültigen Sieg unter Dach und Fach zu bringen. Die Volleyballfrauen von BW Borssum zeigten auswärts einen unbändigen Siegeswillen. Und, das ist allerdings nicht neu: Spiele der BWB-Frauen sind nichts für schwache Nerven.

Borssum traf in Lingen auf eine spielstarke Mannschaft vom gastgebenden MTV. Und es benötigte schon eine große Kraftanstrengung, um am Ende mit einem Sieg vom Feld zu gehen. Denn trotz einer von Beginn an engagierten Leistung stand es nach Sätzen bereits 0:2, und selbst bis zur Mitte des dritten Satzes schien eine Niederlage unvermeidbar. Was hilft in solchen Fällen, zwar nicht immer, aber doch hier und da? Das Besinnen auf die eigene Stärke, der unbedingte Siegeswille, der Kampf um jeden Ball, dem Gegner alles abzuverlangen. Das ist es, was die Borssumerinnen in der Vergangenheit ausgezeichnet hat und was sie auch in Lingen zeigten.

Die Ballwechsel wurden besser und länger. Vor allem aber kam zu dem von Beginn an vorhandenen Siegeswillen bei BWB jetzt endlich das Spielglück zurück. Denn jetzt fielen die Bälle auch einmal auf die andere Seite des Netzes, und der sehr gut geschlagene Angriffsball der Borssumerinnen landete jetzt fünf Zentimeter vor der Grundlinie des gegnerischen Feldes. Nach zähem Ringen wurde der dritte Durchgang mit 26:24 gewonnen – am Ende auch, weil gerade Karina Deepen in der entscheidenden Phase beim Stand von 24:23 für Lingen die Nerven behielt und ihr Service dreimal durchbrachte.

Dieser Satzgewinn war das Signal für die Aufholjagd. Die Borssumerinnen waren von diesem Augenblick an nicht mehr zu halten. Wie entfesselt schlugen vor allem Yasmin Cornelius und Kristina Müller den Gegnerinnen die Bälle um die Ohren, der Block um Sara Hoogstraat und Kathrin Müller funktionierte immer besser und die ganze Mannschaft steigerte sich von Punkt zu Punkt. Und es war innerhalb des Teams förmlich zu spüren, wie die Anspannung der letzten Wochen verflog und alle diesen Erfolg unbedingt wollten. Der Lohn war ein 25:19-Satzgewinn und der 2:2-Satzausgleich.

Doch noch war damit erst einmal nur ein Punkt für beide Mannschaften gewonnen. Der Tiebreak musste den weiteren Punkt und die Entscheidung über den Sieg bringen. Bis zum Seitenwechsel beim Stand von 7:8 gestaltete Lingen den Durchgang offen, aber dann zeigten die Emderinnen, dass der Glaube an die eigene Stärke „Berge versetzen” kann. 15:9 endete der Entscheidungssatz für die Gäste und Borssum gewann diesen Sport-Krimi am Ende mit 3:2.

Riesenjubel brach im Borssumer Lager aus, hatte die Emderinnen doch an diesem Nachmittag ein fast verlorenes Spiel noch einmal gedreht und somit gute Werbung für den kommenden Heimspieltag am Samstag, 2. November, ab 16 Uhr im Borssumer Sportzentrum betrieben. Gegner sind dann FC 47 Leschede II (Tabellenletzter) und SV Cappeln (Tabellenführer).

BW Borssum: Yasmin Cornelius, Carolin de Vries, Karina Deepen, Anke Dehne, Sara Hoogstraat, Kathrin Müller, Kristina Müller, Hanna Termöhlen, Lena van Scharrel, Janna Wilhelmi, Neele Reinhardt und Merle Reinhardt

 

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