Im Pokal hatten die Bossumer den Gast aus Strudden noch klar besiegt, im Punktspiel auf eigenem Platz gab es eine am Ende ziemlich ärgerliche Niederlage, die dritte im 7. Saisonspiel. Drei individuelle Fehler verhalfen Strudden zum Sieg

„Man merkt, dass beide Teams unten stehen, beide sind verunsichert,” meinte Struddens Trainer Frank Winkler zur Pause. Insgesamt sahen die Zuschauer ein sehr zerfahrenes Spiel, mit wenigen spielerischen Höhepunkten. Beide Teams beharkten sich vor allem im Mittelfeld, wobei Strudden im Ballholen und Stören schon leichte Vorteile hatte. Das Borssumer Aufbauspiel litt wieder unter seiner Zerbrechlichkeit und die einzelnen Mannschaftsteile taten sich schwer, einen Spielrhythmus zu finden, sicher zu kombinieren oder Überzahlspiele offensiv zu nutzen. Das gesamte Verschieben wirkte oft zögerlich, das Timing stimmte nicht.

Struddens Führung war ein Traumtor, fernsehreif: Marcell Brabander erkennt in der eigenen Hälfte bei seinem 60-Meter-Freistoß, dass Borssums Torhüter vier Meter zu weit vor seinem Kasten steht. Prompt jagt er das Leder ansatzlos in hohem Bogen über den Torhüter hinweg in die Maschen (21.). Janssen hatte dann wenig später freie Schussbahn, Dorn hatte ihn von links kommend bedient, der Schuss verpuffte kläglich. Typisch für Borssum: Der sehr fleißige Jakobs öffnet mit einem Vorstoß die linke Seite, passt optimal direkt vor das Tor – aber kein Borssumer ist rechtzeitig zur Stelle, um das Leder zu versenken (34.).

Immer wieder wechselte Özelik im Mittelfeld die Seiten, er war mit Jakobs und Poppenga, der noch vor der Pause mit einem Schuss am Gästetorhüter scheiterte, einer der Aktivposten bei den Emdern. Die zweite Halbzeit kämpften beide Teams noch härter um den Ball, die Fouls häuften sich.

Struddens Sieg war dann einem Mann geschuldet, vor dem sich alle Abwehrreihen dieser Liga fürchten: Jeff Dorn. Der Ausnahme-Torjäger hatte zweimal leichtes Spiel, zeigte aber auch bei vielen anderen Aktionen seine Kompetenzen, war vor allem in der zweiten Halbzeit ein ständiger Unruheherd, einer, der immer vorher weiß, was danach passiert, ein Meister im Freilaufen und der Ballbehauptung. Zweimal war Fabian Hühn der Schuldige: Beim ersten Mal narrte Dorn nach einem Borssumer Ballverlust auch noch weitere Abwehrspieler, um das Leder dann ohne viel Druck gezielt und flach in die linke Torhälfte zu bringen. Beim zweiten Mal rutschte Hühn als letzter Mann vor Dorn aus, der Experte hatte freie Bahn und traf bombensicher (76.). Borssum stemmte sich verbissen gegen die Niederlage und verkürzte auch noch, als Özcelik nach feinem Turbo-Solo über links Voorwold in der Mitte bediente, der wie mühelos traf. Mehr war aber nicht drin, außer einer Roten Karte für Schmidtchen in der Nachspielzeit, wegen Foulspiel.

Frank Winkler, Trainer von TuS Strudden: „Wir haben unsere Chancen gut genutzt.”

Sebastian Krettek, Trainer von BW Borssum: „Wir haben uns die Tore selber reingemacht, sowas darfst du nicht machen.”

Tore: 0:1 Brabander (21.), 0:2 (56.) und 0:3 (77.) Dorn, 1:3 Voorwold (84.)

BW Borssum: Wagener – Goldenstein, Hühn, Waldecker (58. Voowold), Jakobs, Poppenga, Schmidtchen, Wienekamp, Özelik, Südhoff (73. Janßen), Schmidtke (65. Tierbach)

Besondere Vorkommnisse: Rote Karte (91.) für Schmidtchen, Borssum, wegen Foulspiel

 

Bericht von Karl-Heinz Janssen aus der Emder Zeitung vom 09.09.2019.

 

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