„Unsere junge Mannschaft hat das gar nicht schlecht gemacht,” sagte nach dem Schlusspfiff der Borssumer Trainer Sebastian Krettek. Er beklagte allerdings die teilweise wirklich haarsträubend schlechte Chancenverwertung seiner Spieler.

Tatsächlich hatte Borssum vor allem im ersten Teil der zweiten Halbzeit, aber auch schon in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel. Dabei kämpfte man in einer recht hektischen Begegnung (mit vielen Abseitspfiffen und Unterbrechungen) gegen einen Gast, der sich keineswegs wie ein Aufsteiger präsentierte. Sehr umsichtig und hochkonzentriert sicherten die Auricher ihre Räume ab, machten Borssum in den Zweikämpfen das Leben schwer und hatten mit Stefan Heyen einen sehr effektiven Mittelfeld-Motor in ihren Reihen. Zusammen mit Andre van Doorn beschäftige er die Borssumer Vierer-Kette. Das Hauptproblem der Borssumer war, neben der Chancenverwertung, das oft allzu überhastete, störanfällige Abspielverhalten im Mittelfeld. Es gab zu viele Fehlpässe und Ballverluste, die Wallinghausen dann immer zu Gegenstößen einluden. Borssums Neuzugang Fofana Zokora war fleißig und stets anspielbereit, sein Pass-Timing wird er noch verbessern müssen, ist aber unbedingt ein Gewinn. Eine überragende Laufleistung lieferte Viktor Tierbach ab, seine Vorstöße zählten zu den Highlights der ersten Hälfte.

Nachdem bereits Schmidtke in direkter Tornähe übel vertendelt hatte, vereitelte SV-Torhüter Ahlers mit einer Bilderbuch-Parade, nach einem mustergültigen Doppelpass, einen Schuss von Zokora (10.). Auf der Gegenseite lenkte Torhüter Wagner einen SV-Heber an die Latte (18.).

Nach langem, schönen Solo über die rechte Seite scheiterte Peter Südhoff dann überaus kläglich am Torhüter, er vergab ein sicheres Tor (38.). Wallinghausen ließ sich durch die Borssumer Chancen nicht groß beeindrucken, musste sich allerdings viel Kritik ihres Trainers anhören. Nach einer Borssumer Ecke probierte es Schmidtke mit einem platzierten Schuss, wieder hielt Ahlers. Jan Tietke vergab eine weitere Borssumer Großchance, bis dann endlich Henning Schmidtke sein Team erlöste. Brian Wienekamp knackte die Abwehr mit feinem Dribbling von der Seite kommend, Schmidtke versenkte in der Mitte mühelos (43.).

In der zweiten Halbzeit hatte BWB deutlich mehr Spielraum, verstand es jedoch nicht, diesen wirklich effektiv zu nutzen. Wallinghausen agierte nun lange Zeit sehr verhalten, fast so, als habe man wegen der Hitze konditionelle Probleme. Aber der Gast bäumte sich in der Schlussphase noch mal auf und kam noch zu Torchancen; zwei, drei Schüsse musste der Borssumer Torhüter noch abwehren. Sebastian Krettek, Trainer von BW Borssum: „Wir hatten am Ende die Angst, ein Gegentor zu bekommen. Wir müssten hier eigentlich zwei oder drei zu Null gewinnen”.

BW Borssum: Wagner, Goldenstein – Hühn – Schmidchen – Tierbach, Tietje – Poppenga (70. Diallo) – Zokora – Südhoff (76. Hoogestraat), Wienekamp – Schmidtke (65. Arbeit).

Tore: 1:0 Schmidtke (43.).

 

Bericht von Karl-Heinz Janssen (Emder Zeitung) vom 26.08.2019

 

0 Kommentare

Schreibe als Erster einen Kommentar.

Verfasse einen Kommentar

 




 

Trackbacks