Nach zwei Sätzen fing das Denken an

Ein Bericht der Emder Zeitung vom 11.12.2017

Diesmal war der so genannte Flurfunk über die sozialen Medien vielleicht kontraproduktiv für potenzielle Zuschauer: Denn wer beim Stande von 2:0 für BW Borssum gedacht hat, da brauche ich nicht mehr hin, das Ding ist gegessen, kann sich im Nachhinein ärgern. Denn nach dem 25:13 und 25:16 fing bei den Borssumerinnen „hörbar” das Denken an, auf einmal lief wenig zusammen. Am Ende holte der Gast sogar noch einen Punkt beim 3:2-Sieg von BWB.

BWB-Trainer Axel Karge musste vor der Partie einige Umstellungen vornehmen, denn mit Lisa Bakker (verletzt), Anke Dehne (Knieoperation) und Hanna Termöhlen (privat verhindert) fehlten gleich drei Spielerinnen. Deshalb half aus der 2. Frauenmannschaft Sara Hoogstraat aus, die ihre Sache sehr gut machte.Und Karge war erst einmal erstaunt, was seine Spielerinnen da auf dem Feld boten. Bevor nämlich die Gäste wussten, wie ihnen geschah, lagen sie in Satz eins schon mit 3:11  hinten. Bei Borssum stimmte erst einmal alles. Und es waren nicht unbedingt die spektakulären Punkte, die die Blau-Weißen machten. Sie hatten in ihren Aktionen zudem auch das Glück der  Tüchtigen auf ihrer Seite. Die SG wehrte sich, zwei Auszeiten sollten sie wieder in die Spur bringen. Es half nichts, gegen die BWB-Spiellaune war kein Kraut gewachsen. 25:13 hieß es am Ende des ersten Satzes.

Und es ging nahtlos so weiter. Acht Punkte waren die Borssumerinnen zwischenzeitlich weg (10:2), und es sah nicht so aus, als hätte der Gast irgendein Mittel dagegen. Im Gegenteil: Auf elf Punkte Unterschied zog Borssum davon (19:8). Diesen Vorsprung hielten die Gastgeberinnen fast bis zum Ende des zweiten Satzes, der mit 25:16 an Borssum ging.

Die Hallenuhr zeigte 16.46 Uhr, das Ganze sah nach einer schnellen und einfachen Sache für BW Borssum aus. Denkste! Denn die Gäste machten nicht den Eindruck, als wenn sie mit der Situation nicht umgehen könnten.Es gab zwischenzeitlich lachende Gesichter, als bei ihnen manche Ballannahme völlig verunglückte. „Ich spiele hier mit meinen drei Kindern, mein Enkelkind ist auch schon dabei, das macht sehr viel Spaß”, sagte SG-Spielführerin Silvia Dammann-Kullik. Satz drei war eine ganz enge Kiste, die Blau-Weißen brauchten bis zum 12:11, um erstmalig in Führung zu gehen. Bis zum 19:20 aus Sicht von BWB blieb es eng, dann setzte sich der Gast am Ende mit 25:20 durch. Satz vier war ähnlich in der Punktefolge. Die SG legte vor, Borssum musste aufholen, was letztlich auch an den Kräften zehrte. Einmal mehr bekamen die Borssumerinnen den Kopf nicht richtig frei. Einige Punkte der Gäste waren eigentlich schon sichere Beute der Emderinnen. Doch die SG-Spielerinnen kämpften nun um jeden Ball, brachten einige unmögliche Dinger wieder zurück. Beim 22:17 aus Sicht der Gäste schien auch dieser Durchgang gelaufen. Doch eins können die Borssumerinnen: Kämpfen. Beim 23:24 war der Satz und damit der Sieg in greifbarer Nähe, ein leichter Fehler brachte aber das 25:23 für die SG Karlshöfen/Gnarrenburg.

Der Entscheidungssatz musste über den Sieg entscheiden. Tendenz in der Halle: Entscheidungssätze können die Borssumerinnen. Und eigentlich hätte dieses Match viel mehr Zuschauer verdient.
Beim 3:3 und 5:4 sah es noch ausgeglichen aus, dann legte Blau-Weiß eine ganz, ganz große Schippe drauf. Auf einmal gelang alles. Die Gäste holten beim zwischenzeitlichen 6:11 noch einen Punkt, doch Borssum behielt am Ende mit 15:6 die Oberhand. Satz eins und zwei hatte Trainer Karge genossen, wie er sagte. „Die SG ist ein sehr sympathisches Team und Vivian Kullik in ihrem Spiel sehr dominierend.” Seine Mannschaft habe in Satz drei und vier darauf geachtet, wenig Fehler zu machen, anstatt viele Punkte. „Im 5. Satz habe ich ihnen gesagt, dass sie mutig sein sollen.”
Und das waren sie dann ja auch. Für Silvia Dammann- Kullik war ausschlaggebend, dass zwei Stammspielerinnen in ihrer Mannschaft verletzt waren. „Dennoch haben wir am Ende einen Punkt gewonnen”, sagte sie fröhlich.

BW Borssum: Maren de Boer, Karina Deepen, Lena van Scharrel, Jasmin Cornelius, Kathrin Müller, Kristina Müller, Janna Wilhelmi, Rieke Schüning, Sara Hoogstraat

 

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