Entsetzen in den Augen von BW-Trainer Sebastian Krettek: Hatte sein bester Spieler diesen Elfmeter wirklich verschossen? Uplengens Torhüter Julian Peper ließ sich von Rückkehrer Ibrahim Balhas jedenfalls nicht verladen: Bei Balhas’ Schuss in die Tormitte erwischte er das Leder noch mit dem linken Bein, vereitelte so die Borssumer Großchance (87.). Vorher war Hendrik Jakobs in Tornähe angerempelt worden.

Schiedsrichter Marvin Frick hatte einen äußerst anstrengenden Tag. Beide Teams gaben alles, insbesondere im gesamten Mittelfeld ging es permanent hoch her; die Laufarbeit beider Mannschaften war sehenswert. Uplengen stemmte sich gegen die balltechnische Überlegenheit der Borssumer, es ging dabei für die kampfstarken Gäste nicht ohne etliche kleine Foulchen im Gelb-Bereich.

Das Spiel stand über weite Strecken im Zeichen von Ibrahim Balhas. Balhas agierte überragend in den Zweikämpfen, zog oft gleich mehrere Spieler auf sich, öffnete so Räume und entlastete seine Partner Zokora und Wienekamp. Zeitweise wirbelte dieses Trio durch die Remelser Reihen, dabei vorbildlich unterstützt vom ganzen Team. Vorstöße vom antrittstarken Sandro Poppenga verstärkten den Druck. Würden die beiden Emder Spitzen von dieser Überlegenheit profitieren können?

Sven Meier und Jan Tietje hatten einen schweren Stand, ließen sich aber durch die bekannte Zweikampfstärke der Gäste nicht beeindrucken. Insbesondere Jan Tietje bearbeitete die rechte Außenbahn sehr effektiv; die erste Großchance vergab Meier nach brillanten Balhas-Zuspiel durch die gesamte Abwehr (14.). Meier hatte nur noch den Torwart vor sich. Der alte Fluch der Borssumer – wie würde er sich diesmal auswirken? Das Borssumer Spiel profitierte von der Laufbereitschaft aller Spieler, das Team hinterließ einen sehr geschlossenen, selbstbewussten Eindruck. Beinah dann die Führung: Beim Nachschuss von Jakobs hat Uplengen Glück, kann so eben noch klären. Dann rappelte es endlich im Karton: Wienekamp bedient Meier im richtigen Moment, der erspäht plötzlich, die völlig freie, linke Torseite und trifft prompt mit eine schwachen, aber doch platzierten Schuss (27.). Der Bann ist gebrochen, Borssum hat sich für seine offensive und auch attraktive Spielweise belohnt.

Uplengen antwortet mit einem Schussversuch, Janßen kann leicht abwehren. Bevor die Remelser eine weitere Gelbe Karten bekommen, versucht es Jakobs noch mal mit einem Distanzschuss – es ist durchweg Feuer im Spiel der Emder. Nach einer Ecke geht ein VfB-Schuss knapp am Borssumer Gehäuse vorbei, man spürt: Dieser Gegner wird noch lange gegenhalten.

Die Phase nach Wiederanpfiff gehörte den Gästen, sie wollten nun unbedingt den Ausgleich. Die Foulmenge steigt, Uplengen drückt, verstärkt mit einem Doppelwechsel die Offensive, nutzt nun die gesamte Spielfeldbreite. Borssum antwortet mit einem glänzenden Angriff über mehrere Stationen, Meiers abschließender Flugkopfball wäre ein Traumtor geworden, geht aber knapp vorbei (59.). Dann liegt Zofana verletzt im Strafraum, Freistoß. Und Brian Wienekamp hat die Nerven, veredelt seine starke Gesamtleistung mit einem direkten Torschuss ins linke Dreieck (67.). In der restlichen Zeit Stress pur für alle Beteiligten. Denn Uplengen gibt sich nicht geschlagen, verkürzt tatsächlich noch nach einer kurzen Ecke, Poppenga macht da im Getümmel ein Eigentor (84). Der verschossene Balhas-Elfmeter ist der letzte Spannungshöhepunkt in einer packenden Partie

Erich Heyken, Trainer von Uplengen: „Das war brutal. Wir hätten schon zur Halbzeit 0:4 zurückliegen können”.

Sebastian Krettek: „Wir müssen uns öfter belohnen”

BW Borssum: Janßen – Hühn, Schmidchen, Poppenga, Jakobs, Özcelik, Balhas, Zokora (73. Waldecker), Wienekamp, Meier(64. Schmidtke), Tietje(81. Hoogstraat) .

Tore: 1:0 Meier (28.), 2:0 Wienekamp (69.), 1:2 Poppenga (84./Eigentor).

 

Bericht von Karl-Heinz Janssen in der Emder Zeitung vom 07.10.2019.

 

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