Bei den Ostfriesischen Hallenmeisterschaften der Leichtathleten in Emden gehen immer weniger Sportler an den Start. Die Zahl hat sich seit den Anfängen des Wettbewerbs fast halbiert. Am Wochenende richtete der SV Blau-Weiß Borssum die Veranstaltung bereits zum 31. Mal aus. 2016 soll sie in anderer Form stattfinden.

Emden – Mehr als 320 Sportler aus der Region verwandelten die Sporthalle der Berufsbildenden Schulen II in Emden wieder in eine Leichtathletik-Arena. Am Wochenende fanden dort zum 31. Mal die Ostfriesischen Hallenmeisterschaften statt. Ausrichter war wieder der SV Blau-Weiß Borssum. Ob es die Sportveranstaltung im nächsten Jahr in genau dieser Form auch wieder geben wird, ist ungewiss. „Die Teilnehmerzahlen gehen immer weiter zurück“, sagte Cheforganisator Lutz Spormann.

In den Anfangszeiten seien rund 600 Athleten bei den Titelkämpfen an den Start gegangen, erklärte Spormann. Inzwischen hat sich die Teilnehmerzahl nahezu halbiert. Angemeldet hatten sich 21 Vereine – nicht nur aus Ostfriesland. An den Start gingen auch Sportler vom Heidmühler FC, Sigiltra Sögel und vom TV Cloppenburg.

Organisatoren planen, die Meisterschaft auszudehnen

Die Hallenmeisterschaft soll im nächsten Jahr in anderer Form fortgeführt werden. „Wir überlegen, die Veranstaltung als Weser-Ems-Meisterschaften auszurichten“, sagte Spormann. Dadurch hätte man die Möglichkeit, weit mehr Vereine – zum Beispiel aus den Landkreisen Emsland, Vechta und Osnabrück – anzusprechen. „Ich sehe das als einzige und letzte Chance an, um die traditionellen Hallenmeisterschaften weiterzuführen.“

Den Athleten bereitete die Zukunft der Sportveranstaltung indes kein Kopfzerbrechen. Sie konzentrierten sich wie gehabt auf ihre Leistungen. Sehr gute Ergebnisse erzielten unter anderem die 14-jährigen Kirill Novokhatniy und Jonah Karsten, die beide für den TV Norden antraten. Beim Hochsprung ließ Jonah Karsten mit 1,73 Meter seinen Sportsfreund Kirill (1,64 Meter) weit hinter sich. „Jonah ist im Hochsprung eben besser als ich“, sagte Novokhatniy. Dafür ließ er Jonah in den anderen Disziplinen hinter sich: Sowohl im 60-Meter-Sprint (7,56 Sekunden) als auch beim Kugelstoßen in der Klasse M 15 (11,38 Meter) sicherte sich Kirill Novokhatniy den ersten Platz. Ein Kampf zwischen den beiden bricht bei Wettbewerben aber nicht aus: „Wir sehen uns nicht als Konkurrenten“, sagt Kirill Novokhatniy.

Sprinter Till Meyerhoff hängt Konkurrenten ab

Etwas verdutzt von seinem Ergebnis zeigte sich Till Meyerhoff, der ebenfalls vom TV Norden ins Rennen geschickt worden war. Beim 60-Meter-Sprint ließ er mit einer Zeit von 7,36 Sekunden seine Konkurrenten in der Klasse MJ U18 weit hinter sich. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schnell bin“, sagte der 16-Jährige. Wenig überraschend waren hingegen die Platzierungen bei den Kugelstoßern. Bei den Männern holte Ole Bergmann in der Klasse U18 den ersten Platz. Mit 14,47 Metern war der 16-Jährige vom SV Georgsheil nicht zu schlagen. Er hatte einen riesengroßen Vorsprung: Sein Konkurrent Melvin Ortgies von Fortuna Wirdum landete mit 11,82 Metern auf dem zweiten Platz. Ole Bergmann lief in Emden zu Hochform auf: Mit dem Ergebnis übertraf er sogar seine Leistung von den Landesmeisterschaften 2014, die bei 14,30 Metern lag. „Jetzt ist es das Ziel, die 15-Meter-Marke zu knacken“, sagt er.

Bei den Frauen war Sonka Kielmann im Kugelstoßen unschlagbar. Die ehemalige Borssumerin, die Anfang 2014 in die Leichtathletik-Abteilung von Hannover 96 wechselte, stieß 12,85 Meter weit. Ihre Konkurrenten Imke Duin vom SV Holtland kämpfte sich mit 10,53 Metern auf den zweiten Platz. Konkurrenzlos im doppelten Sinn war auch Anne Peters vom TV Norden. Die 19-Jährige, die im vergangenen Jahr bei der Deutschen Meisterschaft Gold im Hochsprung der W20 gewonnen hatte, war am Sonnabend die einzige Springerin in ihrer Klasse und übersprang 1,64 Meter. Ob Anne Peters auch im nächsten Jahr im Hochsprung als einzige Starterin antritt, wird sich zeigen. Vielleicht wird die Hallenmeisterschaft 2015 als Weser-Ems-Wettkampf für mehr Spannung sorgen.

 

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