Der Neu-Norder Jonah Karsten (13) ist erstmals über 1,75 Meter gesprungen. 354 Aktive waren am Start. Frust und Freude gab es in der BBS-Halle. Veranstalter BW Borssum registrierte deutlich mehr Zuspruch als im vergangenen Jahr.

Emden – Es war eine Sternstunde im bisherigen Sportlerleben von Jonah Karsten. Aber es dauerte ein Weilchen, ehe der 13-jährige Leichtathlet in aller Ruhe verarbeiten konnte, was ihm bei den Ostfriesischen Hallenmeisterschaften in Emden am Sonnabendnachmittag geglückt war. 1,75 Meter hatte er beim Hochsprung überquert und damit nicht nur den Titel in seiner Altersklasse gewonnen, sondern seine bisherige Bestmarke gleich um zehn Zentimeter nach oben geschraubt. Die Zuschauer jubelten, Freunde gratulierten, seine Trainerin Susanne Eilers strahlte. Als dann auch noch drei Zeitungsreporter auf den Neu-Norder einredeten, wurde es dem Teenager wohl ein bisschen viel. Auf die neugierigen Fragen wusste er keine klaren Antworten zu geben. Nur so viel: Irgendwie müsse es mit seinem Anlauf zusammenhängen, dass er an diesem Tag so hoch hinaus gekommen war. Dann verschwand er im Schutz des Gewusels in der BBS-Halle, die an diesem Wochenende rund 360 Sportlern als Bühne diente.

Zum 30. Mal fand der Vergleich der besten ostfriesischen Leichtathleten statt. 18 Vereine entsandten ihre überwiegend jugendlichen Starter, um in den Disziplinen Sprint, Hochsprung, Kugelstoßen, Hürdenlauf, 800 Meter und Staffel anzutreten. Während einige Zuschauer fachkundig bemängelten, dass der Zuspruch und die gezeigten Leistungen im Vergleich zu früheren Veranstaltungen „dramatisch zurückgegangen“ seien, lobten andere das Niveau der Wettkämpfe. „Ostfriesland ist wieder schneller“, befand der 17-jährige Aaron Höing (Germania Leer) nach seinem vierten Platz im 60-Meter-Finale der U20. Vor zwei Jahren hatte er hier noch gewonnen.

Zufrieden mit der Resonanz sowohl auf der Tribüne als auch bei den Aktiven war Lutz Spormann. Der Hauptverantwortliche aus den Reihen der Borssumer Organisatoren verwies auf die deutliche Steigerung der Teilnehmerzahlen. 354 Athleten hätten gemeldet, „mindestens 30 mehr als im Vorjahr“, wie Spormann betonte. Gut gefallen habe ihm zudem, was den Zuschauern auf den gut besuchten Rängen geboten wurde. Beeindruckt zeigte er sich unter anderem von Josephine Bamezon. Die Spitzenläuferin des SV Georgsheil blieb im 60-Meter-Sprint der weiblichen U18 als einzige an diesem Tag unter acht Sekunden. Sie gewann in 7,97, ließ auch über die Hürden die Konkurrenz hinter sich und verbesserte ihre bisherige Bestleistung beim Kugelstoßen auf 11,47 Meter. Auf die Frage nach ihren nächsten Zielen nannte sie selbstbewusst die Deutsche Meisterschaft. „Da will ich unbedingt hin, da war ich noch nie.“

 

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